Eine Beringerin hält einen jungen Waldkauz, um ihn danach zu wägen, zu messen und zu beringen. Sebastian Moos
21.09.2026

Beringte Waldkäuze helfen dem Naturschutz

Exkursion mit dem Beringungsteam des Zuger Vogelschutzes

Eine Exkursion von Pro Natura Zug hat am Samstag, 9. Mai 2026, das Beringungsteam des Zuger Vogelschutzes im Raum Baar begleitet. Die rund 20 Teilnehmenden konnten hautnah miterleben, wie junge Waldkäuze gewogen, vermessen und beringt wurden. Das Beringen von Vögeln liefert Naturschutz und Wissenschaft wichtige Daten.

Es ist nur ein leichter Ring aus Aluminium mit einer eindeutigen Nummer, den die Vögel erhalten – und trotzdem lässt sich daraus ein ganzes Vogelleben rekonstruieren. Wird der Vogel später wiedergefunden, lässt sich nachvollziehen, wie weit er geflogen ist, wie alt er geworden ist und was ihm womöglich zugestossen ist. So entsteht über Jahre Wissen über die Ausbreitung der Jungvögel, Lebensgewohnheiten und Gefahren für Vögel. Wissenschaft und Naturschutz brauchen diese Daten. Denn: Wer Schutzmassnahmen plant, braucht dafür verlässliche Grundlagen.

Ein kleiner Waldkauz bekommt seinen Ring, die Beringerinnen halten ihn behutsam. Sebastian Moos
Ein kleiner Waldkauz bekommt seinen Ring, die Beringer:innen halten ihn behutsam. Der Ring liefert Wissenschaft und Naturschutz wertvolle Daten.

Das Timing ist entscheidend

Waldkäuze halten sich beim Brüten und Schlüpfen an ihren eigenen Rhythmus, unter anderem bestimmt durch die Witterung und das Mäuseangebot. Ob eine Beringung stattfinden kann, hängt vom Brutverlauf ab, welcher alles andere als garantiert ist. Manche Bruten werden verlassen, Jungtiere werden von Beutegreifern gerissen. Das Timing ist entscheidend, weshalb der Zuger Vogelschutz die Interessierten jeweils kurzfristig informiert, ob, wann und wo die Beringung stattfindet. Dass die Beringung genau an diesem Tag stattfinden konnte, war ein grosses Glück.

Die Brutkästen für Waldkäuze sind relativ hoch oben befestigt und nur mit einer Leiter erreichbar. Sebastian Moos
Alle waren überglücklich, dass der Brutkasten mit gesunden Jungtieren besetzt war. Die Brutkästen für Waldkäuze sind in mehreren Metern Höhe befestigt und nur mit einer Leiter erreichbar.

Die Federknäuel werden beringt

Nachdem die Beringer:innen sichergestellt hatten, dass das Muttertier nicht im Kasten ist, nahmen sie die jungen Waldkäuze herunter. Am Boden konnten sie die Jungvögel behutsam wiegen, vermessen und beringen. Die Gesichter der Teilnehmenden strahlten, als die Beringer:innen die kleinen Federknäuel für Fotos in die Höhe hielten. 

Zum Start der Exkursion erzählten die Beringer:innen des Zuger Vogelschutzes den Teilnehmenden viel Wissenswertes zu den Waldkäuzen und dem Beringen allgemein. Sebastian Moos
Zum Start der Exkursion erzählten die Beringer:innen des Zuger Vogelschutzes den Teilnehmenden viel Wissenswertes zu den Waldkäuzen und dem Beringen allgemein.

Viele Stunden Freiwilligenarbeit

Die Pflege der Brutkästen und das Beringen sind eine grosse Kunst und brauchen viel Erfahrung und Geduld. Jede Vogelart hat andere Bedürfnisse und Eigenheiten. Die Beringung ist zudem bewilligungspflichtig und wird von der Schweizerischen Vogelwarte koordiniert. Das Beringungsteam des Zuger Vogelschutzes leistet jedes Jahr hunderte Stunden Freiwilligenarbeit. Wir danken dem Team für sein Engagement und dass wir beim Beringen dabei sein durften.

Weiterführende Informationen

Info

Den genauen Standort der Beringung geben wir bewusst nicht bekannt, damit die Brutplätze geschützt bleiben.