Kanti-Gärtner verzaubert Pro Natura Mitglieder
Die rund 30 Anwesenden erfuhren, dass 2025 der Ausbau der Geschäftsstelle im Fokus stand, welche seit Herbst 2025 mit 120 Stellenprozent besetzt ist. Dies wirkt sich positiv auf die Planung aus: Für 2026 konnten zahlreiche neue Projekte lanciert werden, wie zum Beispiel die ökologische Aufwertung der Panzersperre bei Islisberg. Präsident André Guntern führte souverän durch die GV. Er konnte den Mitgliedern Cécile Gurtner aus Baar als neues Vorstandsmitglied vorstellen, welche einstimmig gewählt wurde.
Geben und Nehmen mit der Natur
Im Anschluss an die Generalversammlung führte Mathias Meienberg die Gruppe über das Gelände der Kantonsschule Zug. Mathias Meienberg ist seit mehreren Jahren Gärtner an der Kantonsschule. Er erklärte, wie er es schafft, die verschiedenen Nutzungsinteressen unter einen Hut zu bringen. Die Kantonsschule ist in erster Linie Lernort, die grosse Aussenfläche birgt jedoch viel Potenzial für die Natur. Es gilt Ansprüche von Schüler:innen, Kollegium, Architektur, Unterhalt und vielen mehr einzubeziehen.
Das gegenseitige Lernen fördern
Die Chance zum gegenseitigen Lernen nutzt Mathias Meienberg gekonnt und bindet bei seiner Arbeit die Schüler:innen und das Kollegium direkt mit ein. Einerseits können sie die Flächen nutzen, andererseits bieten die Grünflächen Stoff für Arbeiten und Unterricht: Lehrpersonen setzen Pflanzen, welche sie für den Unterricht nutzen und Schüler:innen schreiben Arbeiten zu Naturthemen. Eine Schülerin hat zum Beispiel eine Arbeit über den Kompost geschrieben, wodurch Mathias Meienberg selbst wieder viel lernen konnte.
Material bleibt vor Ort
Mathias Meienberg zeigte der begeisterten Gruppe, wie er sämtliches Grünmaterial, welches an der Kantonsschule anfällt, vor Ort nutzt. «Du nimmst etwas, du gibst etwas», erklärte Mathias Meienberg das Prinzip. So hat er einen Kompost angelegt, welcher rund 90 bis 120 Kubikmeter Kompost pro Jahr ergibt. Der Rasenschnitt muss dadurch nicht mehr abgeführt werden. Mathias Meienberg erklärte, wie er damit den Boden verbessern und gleichzeitig CO2 speichern kann.
Des Gärtners bester Helfer
Ein besonderes Juwel der Kantonsschule sind die von Mathias Meienberg mit viel Wissen und Herzblut gepflegten Baumscheiben – also die Bodenflächen rund um die Bäume, welche mit wunderschönen Blumen und manch Essbarem wie Nüsslisalat bepflanzt sind. Mathias Meienberg baut dabei ein sich selbst erhaltendes System auf, wobei ihm die Natur als Vorbild und Helferin dient. Das Pilzgeflecht im Boden versorgt die Bäume mit Nährstoffen, Ameisen verschleppen Pflanzensamen. «Der beste Helfer», erklärt Mathias Meienberg jedoch, «ist der Regenwurm».
Ein glücklicher Mensch
Am Schluss der Führung waren nicht wenige verzaubert von der Begeisterung von Mathias Meienberg und dem Gelernten. Ein Mitglied brachte es auf den Punkt: «Ich bin ein glücklicher Mensch.» Viel schöner lässt sich der Anlass nicht zusammenfassen. Pro Natura Zug und ihre Mitglieder haben viel Inspiration für ihre Arbeit gesammelt und werden sich auch 2026 tatkräftig ans Werk machen.