Im oberen Bereich der Panzersperre konnten wir einen grösseren Weiher umsetzen,welcher sich bereits mit Wasser gefüllt hat und auf die Besiedelung wartet. Nora Zuberbühler
17.09.2026 Praktischer Naturschutz

Weiher und Kleinstrukturen bereichern Panzersperre

Naturschutzgebiet Panzersperre Islisberg

Pro Natura Zug hat die Panzersperre Islisberg im August 2026 ökologisch aufgewertet. Es sind neue Lebensräume und Versteckmöglichkeiten für Amphibien, Reptilien, Insekten und Kleinsäuger entstanden. Nun hoffen wir, dass sie bald von den Tieren entdeckt und besiedelt werden.

Es war schon immer feucht entlang der Panzersperre, doch ein offenes Gewässer, in dem sich Grasfrösche, Erdkröten und Libellen entwickeln können, fehlte. Ein grösserer und mehrere kleine Weiher sollen nun als Laichgewässer und Trinkstellen dienen und das Wasser länger im Gebiet zurückhalten. Die ersten Regengüsse nach der Hitze haben den grossen Weiher bereits mit Wasser gefüllt und er wartet nun auf Bewohner.

Libellen und Unken profitieren

Die kleineren Gewässer wurden erst später fertig und sind auf dem Titelbild noch nicht gefüllt. Sie werden öfter im Sommer trockenfallen. Manche Libellen und die Unke profitieren von solchen temporären Tümpeln, da in ihnen weniger Fressfeinde überleben können. Wer weiss: Vielleicht finden bald ein paar Unken aus dem Steihuserwald den Weg zur Panzersperre.

Die Tümpelkaskade entlang der Panzersperre bietet Libellen und Unken Lebensraum. In den Steinhaufen finden Wiesel und andere Kleintiere Unterschlupf. Nora Zuberbühler
Die Tümpelkaskade entlang der Panzersperre bietet Libellen und Unken Lebensraum. In den Steinhaufen finden Wiesel und andere Kleintiere Unterschlupf.

Angebot an Kleinstrukturen vergrössert

Mit den Aufwertungsmassnahmen wurde das Angebot an Kleinstrukturen bei der Panzersperre deutlich vergrössert. Neben den Weihern finden Wiesel, Eidechsen und andere Kleintiere neu Unterschlupf in zwei Steinhaufen und einem grossen Asthaufen. Stämme stabilisieren den Asthaufen, damit der Unterhalt der Böschung weiterhin leicht von der Hand geht. Schon jetzt können Spinnen und Insekten auf und zwischen dem Holz und den Steinen beobachtet werden. Vielleicht werden die Haufen bald Fröschen, Molchen und Eidechsen als Winterquartier dienen.

Der grosse Asthaufen ist eine wichtige neue Struktur in der Panzersperre Islisberg, welche vielen Kleintieren Unterschlupf und Lebensraum bietet. Die Baumstämme stabilisieren den Asthaufen. Nora Zuberbühler
Der grosse Asthaufen ist eine wichtige Struktur, welche vielen Kleintieren Unterschlupf und Lebensraum bietet.

Mehr stehendes Totholz geplant

Manche Insekten benötigen stehendes Totholz für ihre Larven. Mit abgestorbenen Büschen und Bäumen, die stehengelassen werden, wird Pro Natura Zug bei der Panzersperre das Angebot an stehendem Totholz weiter vergrössern. 

Die ökologische Aufwertung wäre nicht ohne das Engagement vieler Personen möglich gewesen. Wir danken dem Unternehmen Amhof Forst GmbH und dem Pächter Adrian Steiner für die gute Zusammenarbeit bei der Umsetzung und beim Unterhalt sowie dem Lorzenstromfonds, dem Kanton Zug und Pro Natura für die finanzielle Unterstützung. 

Weiterführende Informationen

Info

Dieser Text wurde von Nora Zuberbühler, Pro Natura Aargau, Projektmitarbeiterin bei Biber und Co. Reusstal für das LOKAL 2/26 von Pro Natura Zug verfasst. Sie hat die ökologische Aufwertung der Panzersperre Islisberg zusammen mit Marianne Rutishauser (Pro Natura Aargau) verantwortet.